Pflegehinweise für Diskusfische


1. 30 ° C ist generelle Hälterungstemperatur! Zugeständnisse an die Pflanzen allenfalls bis 29 ° C im Ermessen des Eigentümers.

2. Die Filterung erfolgt ausschließlich über Watte (Dreckfang) und poröses Gestein (Lavalit, Blähton, Tonröhrchen etc. als biolog. Substrat). Torf, Filterkohle etc. sind überflüssig. Die Diskus unserer Zucht sind an Leitungswasser gewöhnt, d. h. einem pH-Wert von 7,5 - 7,8 und einem Härtegrad von 8-10 dGh. Entsprechend vertragen diese Tiere auch noch alkalischere Werte und noch höhere Härtegrade recht gut. (Ein Unwohlsein der Tiere können Sie u. a. an der Dunkelfärbung der Querbinden erkennen. Ihr Wasser können Sie jedoch erst dann verantwortlich machen, wenn alle Tiere diese Querbinden zeigen.) Im Topffilter bsw. bringen Sie zuunterst eine etwa 5 cm starke Watteschicht ein. Darüber setzen Sie Ihr biolog. Material (Am besten in einer zugeknoteten Strumpfhose, damit Sie es bei der Säuberung des Filters bequem herausnehmen können.). Die Filterwatte wechseln Sie häufig, denn es spielt keine Rolle, ob der Dreck im Becken oder im Filter liegt. Das biolog. Substrat setzen Sie in der Zwischenzeit in 30 ° C warmes Wasser in einen Eimer und lassen es nahezu unbehelligt.

3. Wasserwechsel richten sich nach dem Nitratgehalt des Wassers und ihrer Menge nach, nach der Größe und Beschaffenheit (biolog. Funktion) Ihres Filters. Bei einer (nur) Topffilterung, sollten Sie nie mehr als 1/3 des Beckeninhaltes austauschen (temperiert auf 30 ° C versteht sich).
Bei Jungfischen sollten Sie - wegen des Einflusses von Nitrat auf das Wachstum - eine Nitratmenge von 50 mg/l nicht überschreiten. Meßbar ist diese Menge mit Teststäbchen der Firma MERCK. Diese Teststäbchen haben auch ein Nitritfeld. Um Nitrit genau festzustellen, verlassen Sie sich jedoch nur auf einen Tropftest (z.B. der Firma TETRA). Nitrit ist sehr giftig!!! Deshalb ist eine genaue Bestimmung notwendig! Giftiger noch ist Ammoniak (nur über pH 7), das nur beim Vorliegen von Nitrit entstehen kann. Nitrit hat man nur dann, wenn die Filterung mit der anfallenden Schadstoffmenge nicht klarkommt. Die von uns empfohlenen Biofilterbecken (1/5 des Beckeninhaltes als Filter) kennen diese Probleme so gut wie gar nicht. Aquarianer mit Topffiltern sollten sicherheitshalber einen Nitrittest zu Hause haben. Richten Sie sich jedoch - zur Vermeidung von Nitrit - nach den unter 2. gegebenen Tips.

4. Waldwurzeln, Metallteile, faulende Pflanzenreste, Futterreste, unausgewaschene, neue Watte, etc. gehören nicht ins Aquarium. Minimieren Sie sämtliche zusätzlichen Risiken. Die Neuanschaffung von Fischen und Pflanzen birgt das Risiko der Krankheitsübertragung. Desinfizieren Sie alles vorher, bevor Sie es zu Ihren kostbaren Diskus ins Becken einbringen.

5. Das Futter der Diskus sollte vorwiegend aus Frostfutter bestehen. Hierbei ist auf abwechslungsreiche und gehaltvolle Ernährung zu achten. Futtersorten: rote Mückenlarven, weiße ML, schwarze ML, Rinderherz (unbedingt mit Spinat, wegen des Bedarfs an Ballaststoffen), Artemia. Unseren Jungfischen geben wir zusätzlich noch Lobster eggs. Dies können sie die erste Zeit auch tun. Um eine ausgewogene Ernährung zu bieten, sollten Sie sämtliche Futtersorten - über den Tag verteilt - anbieten. Außer diesen Futtersorten (die alle auch bei uns erhältlich sind, siehe ANGEBOT / FROSTFUTTER) können Sie im Handel noch Muschelfleisch, Krill, Mysis, Putenherz, Bachflohkrebse, Wasserflöhe und einiges mehr finden. Diese Futtersorten werden von anderen Haltern und Züchtern auch an Diskusfische verfüttert. Wir haben davon aus mancherlei Gründen Abstand genommen und halten die Ernährung mit obigen Futtersorten für ausreichend im Nährstoffgehalt. An Lebendfutter empfehlen wir ausschließlich die Gabe von Enchyträen (sehr arbeitsaufwendig und gegebenenfalls verzichtbar). Die Fütterung sonstigen Futters im lebenden Zustand birgt die Gefahr der Krankheitsübertragung. Tubifex sind auf keinen Fall zu füttern !!!

6. In einem Diskusbecken dürfen auf gar keinen Fall Skalare gehalten werden. Sie sind "Parasitenschleudern" ohne gleichen. Skalare altum fallen nicht hierunter. Ihre Haltung ist möglich, empfiehlt sich aber nicht unbedingt. Ruhige Salmlerarten sind mögliche Gesellschafter. Sind diese jedoch nicht Überreste eines früheren Aquariums, sollten diese nicht extra neu angeschafft werden. Bei einer möglichen Temperaturbehandlung der Diskus, wäre ihr weiterer Verbleib im Becken ohnehin in Frage gestellt. Als Scheibenreiniger empfehlen wir (nur in sterilen Becken) panaque nigrolineatus (s. auch hierzu unser Angebot an WELSEN) (zeitweilig bei uns - diskusgemäß vorbehandelt - erhältlich).

7. Am günstigsten - auch wegen der Arbeitsintensität - ist natürlich ein steriles Becken. Ein Pflanzenbecken ist mögliche Diskusunterkunft, sofern der Halter mindestens einmal wöchentlich den Bodengrund mit einer Mulmglocke gründlich säubert.

8. Diskusbecken sind - aufgrund der hohen Temperatur und dem hohen Stoffwechsel der Diskus - stark sauerstoffzehrend. Deshalb ist eine starke Belüftung unerläßlich. Sicherheitshalber sollte auch in Pflanzenbecken nachts eine Belüftungspumpe angeschaltet werden. Wenn Sie keine CO 2- Düngung haben, belüften Sie ständig.

9. Zu grelle Beleuchtung mögen Diskus nicht! Über einem sterilen Becken reicht in der Regel eine Groluxröhre aus. Beim Pflanzenbecken richtet sich der Bedarf an Licht natürlich nach den Pflanzen. Sind Ihre Diskus farblos und blaß, ist Ihre Beleuchtung für die Fische zu hell und Sie können sich mit einer Schwimmpflanzendecke behelfen.

10. Wurzelwerk sollte schwer sein. Geht es sofort unter, ist es geeignet. Im Handel sind jedoch auch Wurzeln, die zuvor wochenlang gewässert werden müssen, ehe sie untergehen. Diese geben permanent Fäulnisstoffe ans Wasser ab und sind deshalb ungeeignet. Wir empfehlen Savannenholz oder Mooreiche. Kurzfristig ist bei diesen eine Huminsäureabgabe ans Wasser festzustellen, die nach wenigen Wochen endet. Häufigerer Wasserwechsel in dieser ersten Zeit macht das Becken ansehnlicher.

Diese Liste ist nur ein Merkblatt der wichtigsten Punkte. Sie erhebt bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Deswegen stehen wir Ihnen jederzeit telefonisch zur Verfügung. Außerdem haben Sie auch jederzeit die Möglichkeit uns - nach telefonischer Vereinbarung - zu einem persönlichen Gespräch aufzusuchen.

© by SCHULTEN DISKUS

im März 2001

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